Aus: Ausgabe vom 13.07.2018, Seite 16 / Sport

Tour de France: Geht nicht

Von Tom Mustroph
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Der Slowake Peter Sagan gewinnt am Mittwoch die 5. Etappe der Tour de France

Die Stars der diesjährigen Tour de France kristallisieren sich nach der 5. Etappe heraus. Nach Fernando Gaviria holte auch Peter Sagan am Mittwoch seinen zweiten Etappensieg. »Ja, das fühlt sich gut an. Mein Team hat auch sehr gut dafür gearbeitet«, meinte der Weltmeister, nachdem er im Bergaufsprint im bretonischen Quimper den Italiener Sonny Colbrelli knapp geschlagen hatte. Eine halbe Stunde nach dem Zieleinlauf hatte er dann sogar wieder Zeit für die gewohnten Scherze. »Ich habe heute unterwegs mit Colbrelli gesprochen und ihm gesagt: ›Sonny, überrasche mich heute nicht.‹ Er sagte mir darauf: ›Hey, Peter, lass mir einfach einen Sieg.‹ Und ich sagte ihm: ›Nein, das geht leider nicht. Ich habe schon zu viele Punkte verloren.‹«

Das Team Bora-hansgrohe hatte die Fluchtgruppe des Tages jederzeit im Griff, die sich das Leben allerdings auch wegen auseinandergehender Ziele schwermachte. Weil gleich zwei Mann vom französischen Rennstall Direct Energie dabei waren, ließen es die anderen etwas ruhiger angehen, um diesem Team taktisch nicht in die Hände zu spielen – erst recht, nachdem Altmeister Sylvain Chavanel sich noch aus der Gruppe gelöst hatte, um die Bergpunkte einzusammeln. Zudem sparte der Lette Toms Skujins Kräfte, um sich im Finale die nötigen Punkte für das Bergtrikot zu holen, was dann auch gelang. Fluchtgruppenkollege Julien Vermote war deshalb sauer. »Er hat gar keine Ablösung übernommen, wir sind eine Zeitlang im Grunde nur zu dritt gefahren.«

All diese Differenzen in der Gruppe machten die Kontrolle für das Feld einfacher. Im Finale spielte das Team Quick Step dann seine zwei besten Karten aus. Als es um die Bonussprints zwölf Kilometer vor dem Ziel ging, jagte der Franzose Julian Alaphilippe aus dem Peloton und machte gegenüber dem Gesamtführenden Greg van Avermaet drei Sekunden gut. Beide zogen aber nicht durch. Auf dem letzten Kilometer war es Alaphilippes Teamkollege Philippe Gilbert, der durchstartete. Aber Sagan holte auch ihn ein und rang den im Schlussspurt nachlassenden Colbrelli nieder.

Die deutschen Sprintstars hingegen fielen zurück. Marcel Kittel und André Greipel ließen früh abreißen, John Degenkolb verpasste ebenfalls das Finale.

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