Aus: Ausgabe vom 12.07.2018, Seite 16 / Sport

Tour de France: Beine hoch

Von Tom Mustroph
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Am Ende der 4. Etappe der Tour de France: Fernando Gaviria feiert - Andre Geipel hinter ihm schaut etwas unglücklich

Ein Powersprint entschied die 4. Etappe der Tour de France. Bei hartem Gegenwind setzte sich am Dienstag der Kolumbianer Fernando Gaviria knapp vor Weltmeister Peter Sagan und dem Rostocker André Greipel durch. Das gelbe Trikot blieb beim BMC-Mann Greg van Avermaet.

Es war ein Sprint, der Eingang in die Radsportbücher finden könnte. Nach einem Sturz sechs Kilometer vor dem Ziel befand sich plötzlich Team Sky als Leadoutteam an der Spitze des Pelotons. »Nein, wir wollten nicht um den Sieg mitfahren. Aber nach den Stürzen waren wir plötzlich vorn. Und wir entschieden, dort zu bleiben. Das ist noch die sicherste Position im Feld«, meinte Skys sportlicher Leiter Servais Knaven gegenüber jW.

Im Schatten des Bergzuges von Sky formierten sich dann die Sprinterzüge: Quick Step für Gaviria, Bora für Sagan, Lotto Soudal für Greipel. Dieses Mal eröffnete der Kolumbianer, Greipel schoss von hinten heran. »Ich war überrascht, mit welcher Kraft Greipel von hinten kam. Ich konnte dann aber noch einmal zulegen«, meinte der jetzt zweifache Etappensieger.

Zuvor hatte es allerdings so ausgesehen, als würde es gar nicht zum Sprint kommen. Eine vierköpfige Ausreißergruppe hielt bis knapp vor dem Teufelslappen, also einen Kilometer vor dem Ziel, durch. Die Gruppe profitierte dabei von einer paradoxen Situation. 60 Kilometer vor dem Ziel schien sie schon gestellt. Bis auf eine Minute war der Vorsprung geschmolzen. Zu früh war das Feld zu nah. Danach nahmen viele offenbar die Beine hoch und die Gruppe konnte es spannend machen.

»Es war wieder einmal sehr hektisch. Auf einmal wollten alle vorn sein, und zogen an unserem Mann, der die Nachführarbeit machte, vorbei«, schilderte Marcel Sieberg, Helfer von Greipel, die Situation. »Danach waren die Straßen so eng, dass es mit der Verfolgung schwierig wurde. Im Fernsehen sah das sicher gut aus«, meinte Sieberg lächelnd.

Von den Anwärtern auf einen Podiumsplatz in Paris verlor dieses Mal nur einer Zeit, der Russe Ilnur Sakarin. Der Mannschaftskollege von Marcel Kittel büßte wegen des Sturzes 59 Sekunden ein.

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