Aus: Ausgabe vom 12.07.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Schwere Zeit

Feature | Di., 19.10 Uhr, DLF

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Beisetzung der Opfer eines antiziganistischen Mordanschlags in Tatarszentgyörgy bei Budapest: Rechtsextreme hatten das Haus einer Roma-Familie in Brand gesetzt und Vater und Sohn erschossen, als sie den Flammen entkommen wollten (3.3.2009)

Aus der Sicht von Istvan Mezei, Trainer der ungarischen Roma-Fußballnationalmannschaft, war 1989 nicht das Jahr der Befreiung, sondern der Beginn einer sehr schweren Zeit: Der Faschismus war wieder da, marschierte in Gestalt der »Ungarischen Garde« durch die Straßen und verübte Pogrome an der Minderheit. Es waren die gleichen Rechtsextremen, wie sie schon 1956 an die Macht gestrebt waren, gefeiert vom Westen als liberale Reformer. Die Sowjetunion wurde damals von den Roma als Retterin wahrgenommen. Zwar ist die »Ungarische Garde« heute verboten. Doch ist die Rechte stark wie selten zuvor und hat den Antiziganismus institutionalisiert: Obwohl Mezeis Mannschaft, die 1980 nach Moskau zur Olympiade reiste, gegenwärtig das erfolgreichste ungarische Fußballteam ist, spielt kein einziger Rom mehr in der Nationalelf mit. Mirko Schwanitz gelingt es in seinem Feature »Ein Rom träumt von der Champions League«, am Beispiel des Fußballs ein eindrückliches Stück Zeitgeschichte zu erzählen. (jt)

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