• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 12.05.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Blutorangen-Ananassalat

Von Ina Bösecke

Für »Coco – Lebendiger als das Leben« (USA 2017), einem preisgekrönten Animationsfilm, der von Walt Disney Pictures und Pixar Animation Studios gemeinsam produziert wurde, reiste der Regisseur Lee Unkrich mit seinem Team verschiedene Male nach Mexiko, um ein genaues Bild der Kultur des Landes zu bekommen. Das Thema des Films ist der »Día de Muertos«, der »Tag der Toten«, einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage, an dem mit viel Liebe, viel Musik und viel Essen an die Verstorbenen gedacht wird. Es handelt sich um ein farbenprächtiges Volksfest und nicht um ein Trauerspiel, das die Bevölkerung schon vor der Christianisierung gefeiert hat und später von Missionaren mit christlichen Feiertagen zusammengelegt wurde, da sie es nicht ausrotten konnten.

Am besagten Tag kommen die Toten über eine Blumenbrücke zu den Menschen, die ihre Fotos auf Altären aufgestellt haben, Familienmitglieder zumeist. So zeigt es der Film, dessen Hauptfigur Miguel ein zwölfjähriger Junge ist, der große Probleme mit seiner geliebten Familie hat. Die hassen Musik, weil einst ein Ururgroßvater die Ururgroßmutter verlassen hatte, um in der Welt Musik zu machen. Miguel liebt aber die Musik und wird nun daran gehindert, seinem Herzenswunsch nachzugehen – nämlich Gitarre zu spielen und zu singen. In der Nacht vor dem Fest geht er heimlich ins Mausoleum des berühmten Sängers de la Cruz, um sich dessen Gitarre »auszuleihen«, damit er an einem Talentwettbewerb teilnehmen kann. Durch diese Tat befindet er sich plötzlich im Totenreich, wo sich gerade sämtliche Belegschaft hübsch macht für das große Fest.

Miguel wird dem Ururgroßvater im Totenreich begegnen und ein Verbrechen aufklären. Und nach dieser aufregenden Reise in die Vergangenheit wird er die Bedeutung von Familie, Verpflichtung und Selbstverwirklichung neu definieren. Aber auch seine Familie wird einiges dazulernen, und Coco, die Urgroßmutter von Miguel, die seit Jahren schon an Demenz leidet, wird zum Ende noch mal aufblühen vor Glück.

Ein absolut sehenswerter, warmherziger, erhellender und lustiger Film über eine wertvolle Tradition in Mexiko. Und tolle Gerichte gibt es an diesem Tag natürlich auch zu essen. Zum Beispiel Blutorangen-Ananassalat mit frischen Kräutern:

Zwei Jicamawurzeln (auch Yambohne genannt, mexikanisches Wurzelgemüse, sieht wie Knollensellerie aus, schmeckt aber eher in Richtung Apfel, so etwas gibt es zuweilen in Bioläden, aber auch in Supermärkten) schälen, die harten Teile entfernen. Die Wurzeln in feine Streifen schneiden und in eine Schüssel geben. Vier Blutorangen schälen und filetieren. Den Saft auffangen. Eine Papaya und eine Mango schälen, entkernen und das Fruchtfleisch würfeln. Ein Stück frische Ananas (ca. 200 g) schälen und in Würfel schneiden. Alles zu den Wurzelstreifen geben. Zwei rote Zwiebeln schälen und fein hacken. Mit einem TL grobem Meersalz, einem TL Cayennepfeffer, fünf EL Olivenöl, vier EL Zitronensaft, zwei EL fein gehacktem Koriander und zwei EL fein gehackter Minze zu einem Dressing verrühren und über den Salat geben. Vor dem Servieren etwa zwei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

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