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Antisemitismus

Platz im Herzen

Der Veranstalter des Musikpreises »Echo« hat die Trophäe für die Rapper Kollegah und Farid Bang als »Fehler« bezeichnet. Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, Florian Drücke, schrieb am Dienstag in einem Brief an die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch: »Wir entschuldigen uns ausdrücklich dafür – bei Ihnen und allen anderen Menschen, deren Gefühle wir verletzt haben.« Man habe sich »an der falschen Stelle für die künstlerische Freiheit einsetzen« wollen. Knobloch hatte die Auszeichnung ein »verheerendes Zeichen« genannt. Den Rappern wird aufgrund zweier Zeilen auf ihrem Album »JBG 3« Antisemitismus vorgeworfen. Aus Protest gegen ihre Auszeichnung in der Kategorie »Hip-Hop/Urban national« hatten in den letzten Tagen mehrere Musiker ihre Echos zurückgegeben. Marius Müller-Westernhagen erklärte am Dienstag auf Facebook, er halte die beiden Rapper nicht für Antisemiten, sie seien aber »erschreckend ignorant«. Die Rückgabe seiner acht Preise hat für den Sänger offenbar noch andere Vorteile: »Das schafft Platz bei mir zu Hause und in meinem Herzen.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.04.2018, Seite 10, Feuilleton

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