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Tapferes Festival

Tapfer trotzt das am heutigen Mittwoch in Berlin beginnende Festival »Musik und Politik« den irrationalen Zeiten, die die Menschen immer stärker in Gegenaufklärung, Ohnmacht und Autoritarismus drücken und drängen. Nach verschiedenen Transformationen widmet sich das Festival politisch bewussteren Singer/Songwritern diesseits von Kleinkunst und Kabarett. Veranstaltungsort ist die Wabe am Rande des Ernst-Thälmann-Parks.

Heute abend wird dort ab 20 Uhr mit einem Tribute-Konzert an Daniel Viglietti erinnert. Der im Oktober verstorbene uruguayische Liedermacher war die letzte große Stimme des »Neuen Gesangs« Lateinamerikas. Als Freund der Stadtguerilla Tupamaros war er 1973 vor der Militärdiktatur nach Europa geflüchtet, wo er unter anderem den Schauspieler Rolf Becker beim WDR-Radio kennenlernte. Becker wird heute Vigliettis Lieder rezitieren, die von Wenzel, Nicolás Miquea, Frauke Pietsch, Frank Viehweg, Tobias Thiele und Tiempo Nuevo gesungen und gespielt werden.

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Am Freitag tritt Wenzel dann um 20.30 Uhr mit seinem alten Freund und Kollegen Mensching auf. Zusammen waren sie von 1982 bis 1999 ein legendäres Clownsduo, das nach der Parole »Dummheit lass mich los« agierte, wie es andernorts von Blumfeld gefordert worden war – nur dass die beiden dabei mit Witz, Hegel und Marx vorgingen.

Am Samstag spielen um 20 Uhr unter anderem Strom und Wasser, die interventionistische Folkrockband um den singenden Bassisten Heinz Ratz. Immer wieder interessant beim Festival ist der Abend der »Liederbestenliste«. Am Sonntag treten ab 19 Uhr hintereinander Wolfgang Rieck, Tobias Thiele, AnniKa von Trier und Rüdiger Bierhorst auf. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.02.2018, Seite 10, Feuilleton

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