Aus: Ausgabe vom 13.02.2018, Seite 16 / Sport

Der scharlachrote Karton

Von Gabriele Damtew
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Die gestrenge, aber gerechte Bibiana Steinhaus

Jetzt ist es raus: Drittligabummelletzter Rot-Weiß Erfurt kann nur gegen den jeweiligen Tabellenführer gewinnen. Ließen die Thüringer zum Rückrundenauftakt im heimischen Steigerwaldstadion den 1. FC Magdeburg über die Klinge springen, traf es am Freitag nun noch überraschender den SC Paderborn in dessen Heimstätte.

Ein paar Tage zuvor hatten die Gastgeber als letzte Underdogs im DFB-Pokal gegen Bayern München (0:6) Kräfte lassen müssen. Zudem mochten sie Kellerkind Erfurt schlichtweg unterschätzt haben. Das Spiel gestaltete sich ausgeglichen, bis RWE-Angreifer Nermin Crnkic nach einer guten Stunde nur durch eine Notbremse gestoppt werden konnte. Rot für Sebastian Schonlau! Zwei Minuten später holte Paderborns Torhüter Leopold Zingerle den frei auf den Kasten zustürmenden Elias Huth von den Beinen. Die gestrenge, aber gerechte Bibiana Steinhaus zog noch mal den scharlachroten Karton. Den anschließenden Freistoß zirkelte das Erfurter Eigengewächs Theodor Bergmann über die Mauer hinweg in den rechten Winkel. Freudig erregte Erfurter ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt stirbt zuletzt.

Im Keller liegen alle nah beieinander. Der Chemnitzer FC erlitt bei hochmotivierten Osnabrückern mit 1:6 seine höchste Niederlage in der dritthöchsten Spielklasse. Den Gastgebern verschaffte der Triumph sechs Punkte Luft auf die Abstiegsränge. Bremens Zweite spielte beim Drittplazierten Wiesbaden Unentschieden (2:2).

Im Rostocker Ostseestadion kam es zu einem Duell auf Augenhöhe zwischen der weiter stabilen Hansa und den zuletzt ebenso solide auftretenden Würzburgern, die nach dem Anpfiff die ersten Chancen herausspielten. Doch dann verwandelte Soufian Benyamina cool einen Elfer für Rostock. Keine sechs Minuten später legten die Gastgeber nach. Den Freistoß von Marcel Hißner, der nach erfolglosen Jahren bei Werder und Dynamo Dresden unter Pavel Dotchev aufzublühen scheint, köpfte Stefan Wannenwetsch ins Würzburger Tor. Die Kickers hielten dagegen und schafften kurz nach der Pause den Anschluss durch ein Kopfballtor von Ioannis Nikolaou nach Freistoß von Patrick Göbel. Danach setzten sie alles auf eine Karte. Aber Vladimir Rankovic (früher Hannover 96) beantwortete Würzburgs Ambitionen mit einem strammen Schuss aus der zweiten Reihe zum 3:1. Trainer Dotchev gestand erst nach dem Sieg Muffensausen vor dem Gegner ein. Rostock ist als guter Vierter in der Tabelle weiter auf Kurs nach oben.

Seit der Niederlage gegen Erfurt schwächelt Magdeburg, zuletzt in Würzburg. Auch gegen Münster lag der 1. FCM nach nicht mal zehn Minuten hinten. Trainer Jens Härtels veränderte Aufstellung im Sturm (er hat da die Qual der Wahl) aber brachte die nötige Durchschlagskraft. Tobias Schwede nahm den Ball schön mit dem Kopf mit und lochte per Fuß zum Ausgleich ein. Abwehrrecke Christopher Handke erzielte per Kopf die Führung, und Torjäger Christian Beck vollendete per Fallrückzieher zum 3:1, was die Herzen der Fans erwärmte.


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