Aus: Ausgabe vom 15.12.2017, Seite 16 / Sport

Die Wahrheit über den 16. Spieltag

Von Klaus Bittermann
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Kölle alaaf für Dortmund in Mainz: Stöger dankt Dahoud nach seinem ganz persönlichen ersten Saionsieg

Immerhin hat Peter Stöger das Kunststück fertiggebracht, Köln vier Jahre lang in der Liga zu halten und am Ende auch nich in die Euroleague zu befördern. Er konnte sich sogar einmal einen Sieg gegen den BVB auf die Fahnen schreiben. Am Dienstag nun feierte er seinen ersten Sieg in dieser Saison – als neuer Trainer des BVB gegen Mainz 05. Mit dem 1. FC Köln hatte er in der laufenden Saison gerade mal drei Remis geschafft, so dass die Rheinländer die schlechteste Punkteausbeute in der Geschichte der Bundesliga vorweisen.

Und auch gegen Bayern reichte es am Mittwoch nur zu einer 1:0-Niederlage. Fast hätte man die Bayern mit der Defensive und zwei Kontern zermürbt, aber einer geht bei den Münchnern eben immer irgendwie rein.

Der Sieg der Dortmunder war ebenso alles andere als glanzvoll. Hätte Mainz in seiner ersten besseren Halbzeit aus seinen Chancen ein Tor gemacht, dann hätte auch das Elend des BVB seinen Lauf genommen. So kamen die Dortmunder, die auf ihr bewährtes System mit Viererkette umstellten, durch einen Gewaltschuss von Sokratis zum Führungstreffer. Die Mainzer mussten in die Offensive gehen, es ergaben sich Konterchancen und Räume, in denen Aubameyang und Kagawa ein bisschen so wie früher glänzen konnten.

Es ist allerdings kaum anzunehmen, dass Dortmund schnell wieder zu alter Stärke zurückfindet, weshalb es nun am Samstag zu einer Zitterpartie gegen Hoffenheim kommen wird. Ein Spiel mit völlig offenem Ausgang. Hoffenheims Leistungen sind schwankend. Gerade mal reichte es noch zu einem 1:0 gegen Stuttgart, wenn es aber umgekehrt gewesen wäre, hätte sich auch niemand beschweren können.

Stöger, dessen größtes Problem sein wird, ob die Spieler sein österreichisches Genuschel überhaupt verstehen, wirkte durchaus sympathisch, als er den Sieg seinem Vorgänger Peter Bosz widmete, wohl wissend, dass er in zwei Tagen natürlich keine Akzente hatte setzen können. Den Spielern sah man die Erleichterung an. Endlich mal kein Pech, kein Glücksschuss, kein abgefälschter Ball, keine Schiedsrichterfehlentscheidung, alles lief normal, und vielleicht war es deshalb auch ein Trauerspiel, ohne Inspiration. Immer noch ist Dortmund eine Elf, an der sich der Gegner aufrichten kann, bei der sich Selbstvertrauen tanken lässt. Dabei könnten sie glänzen, denn in der Liga gibt es außer Bayern keine Mannschaft, die konstant wirklich gut spielen würde, und auch Schalke, das nach einem schmeichelhaften Unentschieden der Leipziger in Wolfsburg auf Platz 2 steht, verdankte seinen Sieg gegen bessere Augsburger nur einem ungerechtfertigten Elfmeter.


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