Zum Inhalt der Seite
Zeitgeschichte

»Geige von Buchenwald«

Die »Geige von Buchenwald« wird wieder erklingen: Bei einem »Gesprächskonzert« am 7. September in Erfurt wird Violinist Matthias Wollong, erster Konzertmeister der Staatskapelle Dresden, auf ihr Musik zu Gehör bringen, die einst im KZ gespielt wurde. Das Instrument gehörte dem Schriftsteller Bruno Apitz (1900–1979, »Nackt unter Wölfen«), der in seiner Zeit als Häftling im KZ Buchenwald bei Weimar darauf gespielt hatte. Apitz habe diese Geige im Lager gegen seine alte eingetauscht, sagt der Vizedirektor der Gedenkstätte Buchenwald, Rikola-Gunnar Lüttgenau, der dpa. Vor etlichen Jahren habe die Witwe des Schriftstellers das Instrument der Gedenkstätte übergeben. »Es ist belegt, dass Apitz bei der illegalen Trauerfeier, die im Lager für Ernst Thälmann organisiert wurde, auf seiner Geige gespielt hat«, berichtete Lüttgenau. Der KPD-Vorsitzende Thälmann war 1944 im KZ Buchenwald ermordet worden. Auch an Kulturabenden, bei denen Apitz als Regisseur und Conférencier aufgetreten sei, habe er auf dem Instrument musiziert. Wollong ist von der Geige begeistert: »Sie lässt sich sehr gut spielen und klingt wunderbar. Sie ist mindestens 150 Jahre alt, aber in einem ganz hervorragenden Zustand.« (dpa/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 10.08.2017, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!