Aus: Ausgabe vom 19.06.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Kino ist Kunst

»Beuys« | Sa., Hackesche Höfe, Berlin-Mitte

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Mit zwei Jungintellektuellen im Kino gewesen. »Wir gucken heute ›Beuys«, sagte ich ihnen bei Kaffee und Kuchen, nur dass ich der einzige war, der Kaffee und Kuchen zu sich nahm, sie aßen Rühreibrötchen, bzw. Linsensuppe zur Cola. »Hä?« »Beuys ist gut. Und lustig. Der wird euch gefallen. Genau das Richtige für Leute, denen ich sonst in meinem Wohnzimmer begegne, wenn sie ›Frauentausch‹ oder ›Bauer sucht Frau« gucken und immer sagen, ›es ist gerade Werbung‹«. »Stimmt nicht, ›Bauer sucht Frau‹ gucken wir nie – zu langweilig«.

Obwohl man im Kino Hackesche Höfe (Saal 4) so eng und unbequem sitzt wie in einem Kleinwagen hinten, nickte der eine sofort weg, der andere spielte »Clash Royale«. Als ich den Schläfer zwischendurch weckte, wusste er nicht, wo er war. Der andere meinte hinterher: »Wir verlangen das Geld zurück – auch wenn du es bezahlt hast.« Beuys im Film: »Denken ist Kunst, Denken ist Plastik«. Der Schläfer sagte: »Der Mann war verrückt.« (cm)

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