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Linde AG brüskiert ihre Anteilseigner

München. Der Industriegasehersteller Linde AG will seine Aktionäre auf der kommenden Hauptversammlung weiterhin nicht über die geplante Fusion mit dem US-Rivalen Praxair abstimmen lassen. Die Münchner ließen die Aktionärsvereinigung DSW am Dienstag mit einem entsprechenden Antrag erneut abblitzen. »Diesem Verlangen ist nicht zu entsprechen«, teilte Linde mit. Es gebe dafür keine Rechtsgrundlage.

Zuvor hatte die DSW bereits zum zweiten Mal ein solches Votum auf dem Eigentümertreffen am 10. Mai verlangt. Die Aktionärslobbyisten stützen sich auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach die Zustimmung der Aktionäre für eine strukturverändernde Maßnahme immer dann einzuholen sei, wenn die Entscheidung eine so intensive Veränderung des Unternehmens nach sich zieht. Sie sehen nicht zuletzt die geplante Verlagerung des Sitzes der Holding ins Ausland und die operative Führung aus den USA kritisch. »Diese Holding wird eine völlig andere Governance-Struktur haben als die bisherige Linde AG.« Die Aktionäre seien so mit einem komplett neuen Rechtssystem konfrontiert, was die Ausübung ihrer Aktionärsrechte erschwere, erklärte DSW-Sprecherin Daniela Bergdolt.

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Auch die Beschäftigtenvertreter hatten ihren Widerstand gegen die Fusion angekündigt. Der Betriebsrat befürchtet Arbeitsplatzverluste und sogar Standortschließungen. (Reuters/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.04.2017, Seite 5, Inland

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