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17.01.2017
- → Feuilleton
Fisher tot
Der britische Kulturwissenschaftler Mark Fisher hat sich umgebracht. Er starb am Freitag im Alter von 48 Jahren. Fisher litt an Depressionen, deren öffentliche Schilderung er zu bestechend scharfen Kulturdiagnosen gestalten konnte. Diese sind gesammelt in dem lesenswerten Essayband »Gespenster meines Lebens«, der 2015 in der Übersetzung in der Edition Tiamat erschien.
Fisher stammte aus der Arbeiterklasse und wurde in den Nullerjahren durch sein Blog K-Punk als einer der letzten interessanten Poptheoretiker bekannt – eine Tätigkeit, die kaum noch jemand machen konnte oder wollte. Von ihm stammt der Begriff »Kapitalistischer Realismus«, denn »Leben und Arbeit werden untrennbar« im Neoliberalismus. Wollten sich in den 70ern nur Hippies in der Arbeit privat verwirklichen, ist das heute eine allgemeine Managementforderung: Smart sein, flexibel sein, sich einbringen, und zwar immer mehr, als verlangt wird. Dagegen empfiehlt Fisher der Linken zu kämpfen, als wäre es das erste Mal. Nichts sei dümmer als die »endlose Wiederholung historischer Debatten«. (jW)
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