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ZDF-Reporterin fordert gleichen Lohn

Berlin. Die Reporterin Birte Meier hat gegen das ZDF geklagt, weil sie bei dem Sender erheblich weniger verdient als Männer, die die gleiche Arbeit machen. Sie hatte zufällig erfahren, dass ein inzwischen pensionierter Kollege netto mehr bekam als sie selbst brutto. Daraufhin versuchte sie jahrelang, sich mit dem Sender auf eine Gehaltsangleichung zu einigen – ohne Erfolg. Deshalb brachte die im vergangenen Jahr mit dem deutschen Wirtschaftsfilmpreis ausgezeichnete Journalistin die Angelegenheit vor das Berliner Arbeitsgericht, wo der Fall seit Ende vergangener Woche verhandelt wird, wie die Berliner Zeitung berichtete.

Meiers Anwalt stützt sich nicht nur auf das deutsche Antidiskriminierungsgesetz, sondern auch auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes. Richter Michael Ernst verwies unterdessen auf die »Vertragsfreiheit«, die es Unternehmen erlaubt, die Arbeitsbedingungen mit jedem Mitarbeiter individuell auszuhandeln. Womöglich könnten Männer einfach besser verhandeln, meinte er. Der Anwalt des ZDF strebt im Verfahren einen Vergleich an. Im Gegenzug soll Meier die Redaktion des Magazins »Frontal 21« verlassen. Lehnt sie das Angebot ab, wird am 1. Februar ein Urteil gesprochen. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.12.2016, Seite 15, Feminismus

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