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Droste

Finger weg von Moden

Vor sechs Jahren, ich war 49 Jahre alt, trug ich einen Bart, der schwarz-grau-weiß war, dazu oft einen italienischen Borsalino und ein englisches Tweedjackett. Ich wog 25 bis 30 Kilogramm mehr als jetzt und sah, wenn man es wohlwollend betrachten wollte, aus wie ein würdiger, stattlicher Herr in seinen besten Jahren. Man hätte aber mit Grund auch etwas anderes sagen können.

Bevor die gut hundert Päckchen Butter purzelten, fiel der Bart. Denn Bart war Mode geworden, der Gesichtsmatratzismus fast schon Pflicht, gerade bei jüngeren Männern. Wenigen einzelnen von ihnen stand das, die meisten sahen konfektioniert-konventionell und schlicht scheiße aus und tun es noch. Es gibt Menschen, die buchstäblich alles tragen können, ohne sich zu entstellen. Sie sind aber sehr rar gesät. Auch deshalb gilt: Finger weg von Moden; man sei, bleibe oder werde auf seine ganz eigene Art klassisch.

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Noch widerwärtiger als die ästhetische, in diesem Fall fast todsicher unästhetische Ausstrahlung – Wir essen in der Fischbratküche Stinkefische / An einem der versifften ollen Ess-Stehtische – ist das Fusselbartgesichtzeigen als Indiz für die Unterwerfung unter den Islamismus, den man angeblich bekämpft. Großes Mullahmaul und alle Hintertüren offen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.12.2016, Seite 11, Feuilleton

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