-
15.09.2016
- → Medien
Charlie Hebdo weist Vorwürfe zurück
Paris. Die französische Satirezeitung Charlie Hebdo hat ihre Karikatur zu den Erdbebenopfern in Italien nach einer Diffamierungsklage verteidigt. Der Tod sei ein Tabu, das manchmal gebrochen werden müsse, sagte Zeitungschef Laurent »Riss« Sourisseau am Dienstag im französischen Sender France Inter. »Für uns ist das eine Zeichnung mit schwarzem Humor, wie wir sie vorher auch schon gemacht haben.«
Charlie Hebdo hatte nach dem verheerenden Beben vom 24. August mit fast 300 Toten eine Karikatur mit dem Titel »Erdbeben nach italienischer Art« veröffentlicht. Blutende Erdbebenopfer wurden dabei als Nudelgerichte dargestellt, etwa als »Penne mit Tomatensauce«. Unter Trümmerschichten begrabene Opfer wurden als »Lasagne« bezeichnet. Die Karikatur führte zu einem Sturm der Entrüstung in Italien. Die Verwaltung des von dem Erdbeben zerstörten Ortes Amatrice reichte am Montag Klage ein. (AFP/jW)
Du findest junge Welt Journalismus wichtig – aber ein Abo ist (noch) nichts für dich?
Dann unterstütze uns jetzt mit einer monatlichen oder einmaligen Spende – ganz unkompliziert, ohne Verpflichtung, aber mit großer Wirkung.
Werde Teil einer engagierten Community, die die Weltsicht der Herrschenden nicht übernimmt, sondern kritisch hinterfragt. Dein Beitrag hilft uns dabei.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!