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Dem Franco-Regime zuwider

Zensoren der Franco-Diktatur haben Bücher namhafter Autoren aus Lateinamerika in Spanien jahrelang unter Verschluss gehalten. Die Zeitung El País zitierte am Donnerstag aus im Staatsarchiv gelagerten Gutachten der Zensurbehörde. In einem Werk des Mexikaners Carlos Fuentes (1928–2012) wurden »politische Anspielungen«, die dem Regime zuwiderliefen, entdeckt. Aus ähnlichen Gründen waren auch Werke des Argentiniers Julio Cortázar (1914–1984) zeitweise verboten. Der Peruaner Mario Vargas Llosa musste acht Absätze mit »obszönen Beschreibungen« aus seinem ersten Roman »Die Stadt und die Hunde« (1963) umschreiben, damit das Buch in Spanien erscheinen konnte. In Gabriel García Márquez (Foto) Erfolgsroman »Hundert Jahre Einsamkeit« (1967) fand der Zensor zwar eine »Atmosphäre der Sittenlosigkeit«, verfügte aber: »Das Werk kann man genehmigen.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.07.2016, Seite 10, Feuilleton

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