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NSU-Geheimdienstzeuge: Aktenordner eingezogen

 

München. Im Münchner Prozess um die Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) hat das Gericht den Inhalt eines Aktenordners sichergestellt, den ein als Zeuge geladener Verfassungsschutzbeamter aus Brandenburg als Gedächtnisstütze mitgebracht hatte. Der mit Perücke und Kapuze kostümierte Geheimdienstler war am Mittwoch über den V-Mann Carsten Szczepanski befragt worden, hatte aber mehrere Fragen nicht oder widersprüchlich beantwortet. Als der Zeuge längere Zeit in seinen Unterlagen blätterte, verlangten sowohl Verteidiger als auch Nebenklageanwälte die Herausgabe des Aktenordners. Das Gericht entschied, den kompletten Inhalt kopieren zu lassen. Die Strafanzeige der Hauptangeklagten Beate Zschäpe gegen ihre ursprünglichen drei Pflichtverteidiger wegen Geheimnisverrats war zuvor gescheitert: Die Staatsanwaltschaft München I wies sie am Dienstag als haltlos zurück. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.07.2015, Seite 1, Inland

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