Zum Inhalt der Seite

Weniger Kinder, mehr Misshandlungen

Berlin. Rechtsmediziner kritisieren die Zählweise bei Kindesmisshandlungen in Deutschland scharf. Durch die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) entstehe ein »verzerrtes Bild«, sagte Prof. Michael Tsokos am Mittwoch in Berlin. Denn mit dem demographischen Wandel sinke der Anteil der Kinder seit Jahren, was sich in der Statistik nicht widerspiegele. Nach der PKS ist die Zahl der gemeldeten Misshandlungen zwischen 1995 und 2010 zwar gestiegen. Nach Berechnungen von Tsokos im Fachblatt Rechtsmedizin fällt die Steigerung aber deutlicher aus, wenn Bevölkerungsdaten mit betrachtet werden. Dem Rundfunk Berlin Brandenburg sagte der Berliner Rechtsmediziner am Mittwoch: »Wenn im Jahr 1998 noch 2.400 Kinder polizeibekannt misshandelt wurden und zehn Jahre später 2.200 misshandelt werden, dann ist das nicht etwa eine Abnahme sondern tatsächlich eine Zunahme.« (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 28.05.2015, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!