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NSU-Prozess: Brandt gibt Falschaussage zu

München. Der frühere V-Mann und Anführer des rechten »Thüringer Heimatschutzes«, Tino Brandt, soll gegenüber einem Mitgefangenen eine Falschaussage im NSU-Prozess zugegeben haben. Der Mann aus München schrieb inzwischen auf, was der Neonazi und Freund des NSU-Trios ihm bei einem Hofgang im Juli 2014 erzählt habe. Es heißt darin, Brandt habe als Zeuge nur das ausgesagt, was Gericht und Bundesanwaltschaft ohnehin schon aus den Akten wüssten. Damit er keine Strafverfolgung riskiere, habe er behauptet, »dass ich mich nicht erinnern kann«. Das Oberlandesgericht München lässt die Niederschrift des Mitgefangenen nun prüfen. Dem »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) werden zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge vorgeworfen. Brandt saß im Juli 2014 in Untersuchungshaft und war für eine Zeugenaussage im NSU-Prozess in die JVA Stadelheim gebracht worden, wo er den Mitgefangenen traf. Inzwischen wurde Brandt in Thüringen wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. (dpa/jW)

 

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.03.2015, Seite 4, Inland

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