jW berichtet anders: Jetzt am Kiosk!
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Aus: Ausgabe vom 17.01.2015, Seite 16 / Aktion

Erstaunliche Zuwächse

junge Welt sucht Abonnenten, Genossinnen und Genossen und Umsteiger

Die Zeitungshäuser im Lande rechnen in Quartalen. Da im Moment das letzte des Vorjahres abgerechnet wird, kommen in den nächsten Tagen wieder schreckliche Zahlen auf den Tisch: Weiterer Rückgang der Verkäufe am Kiosk, weiterer Verfall der Aboauflagen. Dass für diese Entwicklung nicht nur das Internet, sondern zum großen Teil Zeitungen und ihre Verlage selbst verantwortlich sind, zeigt auch die Diskussion um die sogenannte Lügenpresse. Zwar nutzen rechte Propagandisten diesen Kampfbegriff, aber nicht wegen rechter Parolen, sondern aufgrund eigener Erfahrungen glauben viele Menschen nicht mehr vorbehaltlos das, was von Medien und Politikern aufgetischt wird. Wer zum Beispiel am vergangenen Sonntag am stillen Gedenken für Karl und Rosa oder an der Demonstration zur Gedenkstätte in Berlin-Friedrichsfelde teilgenommen hat und dann die veröffentlichten Zahlen liest, der weiß, dass hier gelogen wird. Vom dänischen Whistleblower Anders ­Kaergaard, der auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2014 als Referent teilnahm, wissen wir, dass selbst Geheimdienste Medienberichte oft nicht ernst nehmen – obwohl oder gerade weil die Infos nicht selten von ihnen stammen. Deshalb stellen sie eigenes Personal ab, um die tatsächliche Teilnehmerzahl solcher Demonstrationen selber zu ermitteln, sagt Kaergaard.
Auch darum erfährt die junge Welt mit ihrem Slogan »Sie lügen wie gedruckt. Wir drucken, wie sie lügen« enormen Zuspruch. Im vergangenen Jahr konnten wir wieder die Verkäufe am Kiosk, im Internet und im Printabo steigern, so dass wir mittlerweile jeden Tag knapp 20.000 Einheiten verkaufen. Für uns ist dabei ebenso erstaunlich, dass der größte Zuwachs nicht mit Onlineabos, sondern mit dem Einzelverkauf erzielt wurde. Klar ist aber auch, dass wir weitere Zuwächse in allen Bereichen dringend brauchen. In diesem Jahr rechnen wir alleine wegen der Steigerungen bei den Zustellkosten mit einem Mehraufwand von über 100.000 Euro. Noch vor wenigen Jahren hätte so ein Problem das Ende dieser Zeitung bedeutet – mit Hilfe unserer Leserinnen und Leser und unserer Genossenschaft konnten wir aber eine Grundlage schaffen, um auch dieses Problem anzugehen. Es bedarf trotzdem kräftiger Anstrengungen: Zunächst bitten wir all jene, die die junge Welt lesen, aber noch nicht abonniert haben, um ein Abonnement. Und Leserinnen und Leser, die noch zum Sozialpreis abonniert haben, obwohl sie es sich mittlerweile erlauben könnten, den Normal- oder gar den Solipreis zu bezahlen, bitten wir um einen Umstieg auf eine höhere Preisklasse. Wenn sich genügend Leserinnen und Leser an dieser Aktion beteiligen, können wir auf dramatische Preiserhöhungen, wie sie bei anderen Zeitungen üblich sind, verzichten. Das ist deshalb wichtig, weil für manche schon der Sozialpreis kaum mehr bezahlbar ist. Andererseits sind schon heute unsere Abopreise nicht kostendeckend: Wir werden das Geschäftsjahr voraussichtlich mit etwa 40.000 Euro Verlust abschließen. Dass wir trotzdem die Liquidität aufrechterhalten und weiter in Aktionen, Technik und Blattentwicklung investieren können, verdanken wir unserer Genossenschaft LPG junge Welt eG, die in diesem Jahr 20 Jahre alt wird und der mittlerweile 1.611 Genossinnen und Genossen angehören. Bis zum 7. Oktober, dem Gründungstag nicht nur unserer Genossenschaft, dürfen es gerne 2.000 werden.

Dietmar Koschmieder

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