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Anbieter

Wiglaf Droste

Der simple oder auch simplicissische Mensch sieht sich - und ist tatsächlich - umstellt von Räubern und Wegelagerern, deren Geschäft das Abgaunern und das Erpressen ist. Wer sich als sogenannter Anbieter anbiedert, ist ein Schurke; ob er Strom, Gas, Internet oder sonstwas verhökert, spielt keine Rolle; Aasgeier sind Allesfresser, eine ihrer Waffen heißt AGB, Allgemeine Geschäftsbedingungen: Alles geben, und zwar du an uns!

Es ist wieder wie im Lied von den »16 Tons«, man unterschreibt mit dem eigenen Schweiß und Blut. Zur »Durchsetzung der Interessen« gibt es die »Rechtsabteilung«, besetzt mit Gestalten, die einmal zu dem einzigen Zwecke »Recht« studiert haben, um daraus veritables Unrecht zu machen.

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Wie gern entsinne ich mich der Zeit, da meine Omma mir filterlose Zigaretten schenkte, die man heute, im verödeten und verödeten 21. Jahrhundert, nicht mehr rauchen darf oder erwerben kann; immer aber klebte sie mit Tesafilm ein Zettelchen auf die Fluppenpackung, auf das sie mahnend geschrieben hatte: »Aber nur zum Anbieten!«

So geht das mit dem Anbieten, wenn man es als solches versteht; der offiziöse »Anbieter«-Kramladen ist, passend zum 70. Jahrestag, eine Reminiszens der Ardennen-Offensive. Wird schön schiefgehn.

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.11.2014, Seite 11, Feuilleton

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