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Aus: Ausgabe vom 27.06.2014, Seite 12 / Feuilleton

Gemüse hoch zwei

Von Wiglaf Droste
Auf die Gefahr der Wiederholung hin: Das Buch »VOLL ins Gemüse« von Vincent Klink ist eine biblische Offenbarung, ohne die zu leben das Leben noch sinnloser macht, als es ohnehin und sowieso ist.

Seitdem dieser Riemen von 250 Seiten mein eigen ist, koche ich unentwegt Gemüsesuppen, so viele, daß ich sie auf Flaschen ziehen und zu Markte tragen könnte, was ich aber nicht zu tun wünsche, sondern sie lieber selbst aufschlabbere oder, noch viel angenehmer, an andere mir liebe Menschen mitverkasematuckele.


Wohnung und Treppenhaus duften nach Mohrrüben, roter Zwiebel, nach Fenchel, Lauch, Sellerie, Kirschtomate, Basilikum und Knoblauch, Kartoffeln in Butter und Meersalz gibt es extra, der Himmel spannt sich auf, und alle Münder schimmern, vor allem die Schwäbischgmünder von Vincent Klink – er, der Schlawiner, hat mehrere davon –, der das Idiotenbuch »Fleisch ist mein Gemüse« des Widerwärtlings Heinz Strunk so fein widerlegt, wie das eben nur jemand kann, der Gold von GeldundGülle zu unterscheiden weiß.

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