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Nachbar Hiller

Im Rahmenprogramm zur Ausstellung »Wir waren Nachbarn – 148 Biographien jüdischer Zeitgenossen« geht es heute abend im Rathaus Berlin-Schöneberg um den Schriftsteller Kurt Hiller (1885-1972). Nach einem Studium der Rechtswissenschaften etablierte sich Hiller in der Berliner Kulturszene. Er war Mitbegründer literarischer Clubs und kämpfte für Sexualstrafrechtsreformen. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs bahnte er sich den Weg zum Pazifismus, wie der Literaturwissenschaftler und Historiker Wolfgang Beutin heute in einem Vortrag erläutern wird. Von den Nazis wurde der Mitarbeiter der Weltbühne, Gründer der »Gruppe revolutionärer Pazifisten« und bekennende Homosexuelle in Haftanstalten und Konzentrationslager verschleppt. 1934 floh er in die Tschechoslowakei, 1938 nach England, Seinen Lebensabend verbrachte er in Hamburg. Er habe »an sich selbst erfahren«, schrieb er hier 1969, »daß ein Baum auch unter dem Asphalt verwurzelt sein kann«. Als Ergänzung zum Vortrag Beutins wird die Schauspielerin Anke Rupp Gedichte von Hiller vortragen und Texte aus seinen ab 1916 erschienen Jahrbüchern. Beginn ist 18 Uhr im Goldenen Saal des Rathauses, Eintritt frei. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.06.2014, Seite 12, Feuilleton

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