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Urs Widmer gestorben

Der Schweizer Schriftsteller Urs Widmer ist nach schwerer Krankheit am Mittwoch im Alter von 75 Jahren in Zürich gestorben. Die NZZ konstatierte, er habe »mit seiner heiteren Besonnenheit und seinem temperamentvollen Esprit das intellektuelle Leben hierzulande maßgeblich mitgeprägt«.

Geboren wurde Widmer 1938 in Basel als Sohn eines Gymnasiallehrers, der später als Französisch-Übersetzer und Kinderbuchautor reüssieren sollte. Widmer d.J. begann nach seiner Promotion über die deutsche Nachkriegsliteratur (»1945 oder die ›Neue Sprache‹. Studien zur Prosa der Jungen Generation« lautete ihr Titel) als Verlagslektor. 1967 kam er zu Suhrkamp, wo er »noch in den epischen Kampf zwischen antiautoritär gesinnter Belegschaft und dem ewigen Dominator Siegfried Unseld« geriet, wie der Zürcher Tages-Anzeiger am Donnerstag erinnerte. Bis 1984 blieb Widmer in Frankfurt am Main, wo er 1969 den Verlag der Autoren mitgründete. Nebenher rezensierte der Schweizer Bücher für die FAZ und dozierte an der Universität Frankfurt. Schon seine erste schriftstellerische Arbeit, die Erzählung »Alois« (1968), hatte große Beachtung erfahren. Insgesamt sind in seinem Hausverlag Diogenes rund drei Dutzend Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Essays und andere Werke erschienen. Den vierten Roman »Der Kon­greß der Paläolepidopterologen« (1989) adelte die Süddeutsche als »großartige Satire auf Militarismus, Kapitalismus, Wissenschaft und Religion. Ein bösartiges und bis in einzelne Bilder und Formulierungen hinein abgrundtief witziges Buch.« Herausragend auch seine späteren Romane »Im Kongo« (1996) sowie die autobiographisch gefärbte Trilogie »Der Geliebte der Mutter« (2000), »Das Buch des Vaters« (2004) und »Ein Leben als Zwerg« (2006). Den größten Erfolg als Dramatiker hatte Widmer 1997 mit dem Stück »Top Dogs« über die jähen Abstürze entlassener Spitzenmanager. Der vielfach Ausgezeichnete soll im Familienkreis beerdigt werden. (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.04.2014, Seite 12, Feuilleton

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