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Nikos Zournis

Früher kehrte Leonard Cohen immer von der griechischen Insel Hydra zurück, um neue Alben aufzunehmen. Über die Liebe und den Krieg in den Städten, die wahnsinnigen Heiligen und »Beautiful Losers«, wie 1966 sein zweiter Roman hieß.

Und wie in einem Lied von Leonard Cohen macht sich jetzt ein 23jähriger Sänger aus Athen auf, um am Dienstag im Berliner Privatclub (heißt wirklich so, Skalitzer Str. 85–86) sein erstes Konzert außerhalb von Griechenland zu spielen. Nikos Zournis steht für die neue Generation griechischer Singer/Songwriter. Gegen Kitsch und Folklore, aber auch gegen die Abschaffung seines Landes, die von dessen herrschender Klasse vorangetrieben wird – in Verbindung mit europäischen Aufkäufern und Schnäppchenjägern.

Nikos Zournis sagt, er spiele griechischen Folk auf Basis von Bob Dylan, Rembetiko und Sokratis Malamas, Griechenlands bekanntester Singer/Songwriter und sein Mentor. In Wahrheit klingt er wie Leonard Cohen. Der magische Bariton, dem die hohen Töne fehlen, aber nicht die tiefen Gefühle. Chansonblues, der aber nicht wie bei Cohen ins Melodramatisch-Monotone verschleppt wird, sondern viel munterer daherkommt. Zournis klingt nicht ständig wie betrunken um vier Uhr morgens, sondern nach beswingtem Nachmittagstee, wenn man weiß, dieser Abend, das wird meiner.


Dabei helfen Zournis seine Freunde, die sphärisch-coole Sängerin Lamprini Karakosta, Evgenios Chalil an Gitarre und Bouzouki und Panagiotis Iliopoulos (Ney-Flöte und Saxophon). Cohen hätte gesagt: »I’m your man«. (jW)



11.2. Berlin, Privatclub, 20 Uhr

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.02.2014, Seite 12, Feuilleton

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