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»Pille danach« bald ohne Rezept?

Frankfurt/Main. Die Aufhebung der Rezeptpflicht für die »Pille danach«, auch Notfallkontrazeptivum genannt, ist nur noch eine Frage der Zeit, so die Einschätzung des Bundesverbandes »Pro Familia« in einer Stellungnahme vom Mittwoch. Bisher müssen Frauen nach »Verhütungsunfällen« erst einen Gynäkologen aufsuchen und sich ein entsprechendes Mittel verschreiben lassen. Mit zunehmender Dauer verringert sich jedoch die Wirksamkeit dieser Medikamente drastisch.

Laut Pro Familia hat das Bundesgesundheitsministerium jetzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angewiesen, sich im Januar 2014 mit der »Pille danach« zu befassen und eine Einschätzung abzugeben, ob sie aus der Rezeptpflicht entlassen werden kann. Pro Familia begrüßt den Schritt, mit dem der schnelle Zugang zu dem Mittel für Frauen in der BRD, wie in den meisten anderen ­europäischen Ländern, endlich »in greifbare Nähe rückt«.

Das BfArM hatte sich schon 2003 für die Entlassung des in der Pille enthaltenen Wirkstoffs Levonorgestrel aus der Rezeptpflicht ausgesprochen. Seit 2005 ist eine veränderte Dosierung internationaler Standard, weshalb laut Ministerium eine Neubewertung durch das BfArM notwendig ist. »Daß das Bundesgesundheitsministerium nun vom BfArM bestätigt haben möchte, was international längst anerkannt ist, mag überraschen«, sagte Pro-Familia-Vorsitzende Daphne Hahn. Entscheidend sei aber, »daß wir auf dem richtigen Weg sind und der Hindernislauf zur »Pille danach« bald in die Geschichte eingehen wird – als unnötige Barriere für verantwortungsbewußte Frauen, die eine ungewollte Schwangerschaft vermeiden wollen«.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.09.2013, Seite 15, Feminismus

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