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EM: Noch besser leiden

Die deutschen Fußballerinnen haben zum sechsten Mal in Folge das EM- Finale erreicht. Die Titelverteidigerinnen setzten sich 1:0 im Halbfinale gegen Gastgeber Schweden durch. Das Siegtor erzielte ­Dzsenifer Marozsan in der 33. Minute. Im Endspiel am Sonntag in Solna trifft die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid auf Dänemark oder Norwegen.

»Was ein Wahnsinn! Wir haben alle mitgefiebert«, schrieb anschließend der Männer-Bundestrainer Joachim Löw an seine Kollegin. Neid holte tief philosophisch Luft: »Wenn man im Finale ist, dann will man natürlich auch gewinnen«, erklärte sie.

Nach der schwachen Vorrunde begreift sich die deutsche Mannschaft als runderneuert. Neid, die ohne sechs verletzte oder kranke Stammkräfte nach Schweden gereist war, ist wieder fest im Sattel. Den Spielerinnen, die jeweils 15000 Euro sicher haben, winkt die EM-Rekordprämie in Höhe von 22 500 Euro. Über die erste EM-Pleite seit 20 Jahren im letzten Vorrundenmatch gegen Norwegen (0:1), von Nadine Angerer »Larifari-Spiel« genannt, spricht niemand mehr, alle Vergleiche mit der mißratenen Heim-WM 2011 sind Makulatur.
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Für die Bundestrainerin, die ihr Team aufgrund der personellen Probleme stark verjüngen mußte (23,5 Jahre im Durchschnitt), war das stark erkämpfte 1:0 gegen Italien im Viertelfinale das »Schlüsselspiel«, das ihre Spielerinnen mental gelockert habe.

Zusätzliche Kraft verleiht der Blick auf die EM-Historie. Schließlich gingen die Deutschen, die auch vor dem Endspiel um den Einsatz der verletzten Torjägerin Celia Okoyino da Mbabi (Oberschenkel-Zerrung) bangen müssen, nach all ihren bisherigen sieben Final-Teilnahmen als Siegerinnen vom Platz. Oder wie es Neid ausdrückt: »Wenn man im Finale steht, kann man sich natürlich noch besser leiden. Aber ich hatte schon in der Vorbereitung eine gute Zeit mit der Mannschaft, weil das alles tolle junge Menschen sind. Sie haben Ziele, sie sind intelligent und können Fußball spielen.« (sid/jW)
junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.07.2013, Seite 16, Sport

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