Gegründet 1947 Sa. / So., 6. / 7. März 2021, Nr. 55
Die junge Welt wird von 2466 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 17.07.2013, Seite 13 / Feuilleton

James Bond der DDR

Aus aktuellem Anlaß wird heute im Kino Babylon in Berlin-Mitte der DEFA-Spionageklassiker »for eyes only« gezeigt, der bald nach seiner Premiere im Juli vor 50 Jahren ein Millionenpublikum fand. Das Drehbuch von Harry Thürk, der gern als »Konsalik des Ostens« bezeichnet wird, basiert auf Vorgängen aus dem Jahr 1956 um den Doppelagenten Horst Hesse (1922–2006), der dem US-Geheimdienst Military Intelligence Department (MID) zahlreiche Dokumente entwenden konnte. »Die Handlung des Films ist frei erfunden«, heißt es im Vorspann, »Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten und lebenden Personen sind beabsichtigt«. Thürk und Regisseur János Veiczi verlegten die Handlung in den Juli 1961. Ihr Held, gespielt von Alfred Müller, wird vom Ministerium für Staatssicherheit beim MID eingeschleust. US-Sicherheitschef Colonel Rock ist von der Existenz eines Maulwurfs überzeugt. Es geht auch darum, wie MID und BND bzw. der Vorgänger, die Organisation Gehlen, einander bespitzeln. Die Vorführung im Babylon beginnt heute um 20 Uhr nach einführenden Worten des Journalisten Victor Grossman, der in »for eyes only« eine Nebenrolle spielt. (jW)

Mehr aus: Feuilleton