Zum Inhalt der Seite

Nicht gut: Neucastings

Der scheidende Intendant des Stuttgarter Schauspiels, Hasko Weber, sieht in ständigen Neucastings auch an Theatern einen »unseligen Trend«. Der 49jährige sagte der Stuttgarter Zeitung (Freitagausgabe), daß er das »Aufbrechen und Sprengen vieler Ensembles für sehr gefährlich« halte. Das gelte für die Schauspieler, die Zeit bräuchten, »um für das Publikum vor Ort identifizierbar zu werden«, wie für das Theater insgesamt, »weil es sich als städtisches Kommunikationszentrum künftig nur behaupten kann, wenn es nicht kurzatmig wird, nicht zu schnellebig und nicht zu eventhaft«. Nach acht Jahren am Stuttgarter Staatstheater wechselt Weber zur nächsten Spielzeit nach Weimar. Beispielsweise sei Schauspiel-Ensemble-Mitglied Sebastian Kowski mehr als 40 000 Kilometer für die Koproduktion »Das Himbeerreich« der Stuttgarter mit dem Deutschen Theater Berlin geflogen, sagte Weber. »Rechnen Sie allein diese Fliegerei mal auf die gesamte Theaterlandschaft hoch: Viele Künstler sind quasi nur noch in der Luft. Absurd!« (dpa/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 25.05.2013, Seite 13, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!