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NSU-Mordopfer beim Namen genannt

Die Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt leiteten mit ihrem mutmaßlichen Suizid im November 2011 die Enttarnung einer Organisation ein, als deren einzig überlebendes Mitglied wenig später ihre Komplizin Beate Zschäpe galt. Seit Aufdeckung der rechten Terrorgruppe NSU sind die Namen der mutmaßlichen Haupttäter in der Öffentlichkeit bekannter als die der Opfer. Das falle ihr seit langem auf, teilte die Ombudsfrau der Bundesregierung für deren Angehörige und die Überlebenden der NSU-Anschläge, Barbara John, am Donnerstag mit.

Der Blumenhändler Enver Simsek wurde im September 2000 bei Nürnberg mit der Ceska-Pistole getötet, die gut elf Jahre später im Nachlaß der Neonazis gefunden wurde. Im Juni 2001 starb der Änderungsschneider Abdurrahim Özüdogru in Nürnberg durch Schüsse aus derselben Waffe, der Gemüsehändler Süleyman Tasköprü noch im selben Monat in Hamburg. Im August 2001 traf es Habil Kilic in seinem Lebensmittelgeschäft in München. Mehmet Turgut, erschossen im Februar 2004 in Rostock, und Ismail Yasar, den es im Juni 2005 in Nürnberg traf, hatten an Imbißständen gearbeitet. Der Schlüsseldienstinhaber Theodoros Boulgarides, getötet im Juni 2005 in München, stammte als einziger der neun Männer nicht aus der Türkei. Der Kioskinhaber Mehmet Kubasik starb am 4. April 2006 in Dortmund, der Internetcafébetreiber Halit Yozgat zwei Tage später in Kassel. Im Fall der Polizistin Michéle Kiesewetter, die 2007 in Heilbronn erschossen wurde, ist das Motiv weiterhin unklar. Über 20 weitere Menschen, die zum Teil nicht namentlich genannt werden wollen, wurden bei 2001 und 2004 bei NSU-Anschlägen in Köln verletzt.
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(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.04.2013, Seite 3, Schwerpunkt

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