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Keine US-Marines in den Sudan

Dubai/Berlin. Nach der Eskalation der Proteste gegen das Mohammed-Schmähvideo haben Deutschland und die USA am Sonntag einen Teil der Mitarbeiter aus ihren Vertretungen im Sudan abgezogen, nachdem am Freitag in der Hauptstadt Khartum die Botschaften gestürmt worden waren. Der sudanesische Außenminister Al-Obeid Merauah erklärte, die USA hätten »mit der Ausrede, den Schutz ihrer Botschaft zu verschärfen«, um die Erlaubnis gebeten, Marineinfanteristen in Khartum stationieren zu dürfen. Die Regierung habe das abgelehnt.

Im Vergleich zum Freitag, als mindestens neun Menschen ums Leben kamen, hielten sich die Ausschreitungen am Wochenende in Grenzen. Die Lage blieb jedoch angespannt. In Deutschland kündigte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich an, eine von der rassistischen Kleinpartei »Pro Deutschland« angekündigte Aufführung des Films, der die Unruhen ausgelöst hatte, verhindern zu wollen. »Solche Gruppen und Organisationen wollen die Islamisten auch in Deutschland provozieren. Damit gießen sie grob fahrlässig Öl ins Feuer«, sagte er. (Reuters/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.09.2012, Seite 1, Ausland

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