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Drugstore feiert

Am heutigen Samstag feiert der »Drugstore« in Berlin-Schöneberg, Potsdamer Str. 180, 40. Geburtstag. Ein grandioses Jubiläum für ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturprojekt. 1972 entstand der Drugstore als Treffpunkt für Jugendliche, die aus den von Gewalt geprägten familiären und v.a. kirchlichen und staatlichen Erziehungsinstitutionen fliehen mußten. Es gibt regelmäßig Kunstworkshops und Konzerte, außerdem können Trebegänger hier kostenlos ihre Wäsche waschen.

Am Dienstag gab es einen Infoabend, bei dem verschiedene linke Gruppen vertreten waren. Anarchisten aus dem Kiez, Naturfreundejugend, Syndikalisten und Kirche von Unten, die ausdrücklich keine christliche Gruppe ist. Auch deren alternatives Kulturprojekt in Prenzlauer Berg gefährdet ist, da der Eigentümer den Nutzungsvertrag für Ende des Jahres gekündigt hat, um in der Kremminer Straße weitere Eigentumswohnungen zu verkaufen. Unter dem Motto »Wir bleiben alle!« findet am nächsten Samstag eine Demo (16 Uhr, U-Bhf. Eberswalder Str.) statt. Bei der dienstäglichen Diskussionsrunde war die Notwendigkeit einer verstärkten Solidarität innerhalb der Berliner Gegenkultur Konsens; und auch die Mieter der Nachbarschaft seien einzubeziehren, hieß es, und: Die pure Selbstreflexivität der Projekte ist tödlich. Im Drugstore gibt es an diesem Samstag ab 19 Uhr ein Punkkonzert mit No Exit, Schnur, Frei Schnauze, Dead Kaspar Hausers, Abbruch und Klartext. Motto: Umsonst und drinnen. (rawi)
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Erschienen in der Ausgabe vom 15.09.2012, Seite 12, Feuilleton

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