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Summer tot

Donna Summer, die »Jeanne d’Arc von der Lichtorgel« (tip) starb am Mittwoch im Alter von 63 Jahren in Eagleton, Florida an Lungenkrebs. Sie wurde in Boston geboren, sang im Gospelchor und wurde Ende der 1960er Jahre in München als Ensemble-Mitglied des Musicals »Hair« bekannt und wirkte auch in den berühmten »Afri Cola«-Werbespots von Charles Wilp mit. Später hatte sie die Idee zu der Zeile »I love to love you Baby«, und das Produktionsteam um Giorgio Moroder schuf daraus 1975 einen fast 17minütigen Discobrummer, der Moroder und Summer weltberühmt machte, nur noch getoppt von der 1977 erschienenen Single »I feel love«. Das waren zwei Großtaten des entgrenzten Prä-House-Vitalismus, zeitlos und phantastisch. Mit mehr rockorientierten Songs landete Summer vier Nummer-Eins-Hits in den USA, wurde wiedergeborene Christin, beleidigte Schwule und versank Ende der 1980er Jahre in der Versenkung. Daß sie 1991 gegen den ersten Golfkrieg der USA sang, fiel kaum noch auf, ebensowenig, daß sie 2009 zu den Künstlern in Oslo gehörte, die bei der merkwürdigen Verleihung des Friedesnobelpreises an US-Präsident Barack Obama für das musikalische Rahmenprogramm sorgten. Nach Bekanntwerden ihres Todes erklärten Barack Obama und seine Frau Michelle, »unsere Gedanken und Gebete sind mit Donna Summers Familie und Fans«. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.05.2012, Seite 12, Feuilleton

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