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Wegen Massaker erneut vor Gericht

Warschau. Vier im vergangenen Jahr freigesprochene polnische Soldaten müssen sich wegen mutmaßlich von ihnen in Afghanistan verübter Kriegsverbrechen erneut vor Gericht verantworten. Das entschied am Mittwoch der Oberste Gerichtshof in Warschau, der zugleich den Freispruch drei weiterer Soldaten durch ein Militärtribunal im Juni 2011 bestätigte. Dem Obersten Gerichtshof zufolge trug das Militärtribunal nicht allen Beweismitteln Rechnung. Außerdem hätten die Angeklagten widersprüchliche Angaben gemacht. Am 16. August 2007 hatten polnische Soldaten der NATO-geführten ISAF-Truppe im Südosten Afghanistans das Feuer auf das Dorf Nangar Chel eröffnet und dabei sechs Menschen getötet. Mehrere weitere wurden verletzt. Unter den Opfern waren auch Frauen und Kinder. Die Militärstaatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren zwischen fünf und zwölf Jahren Haft für die sieben Angeklagten gefordert. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 15.03.2012, Seite 1, Ausland

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