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Nebelbomben aus ­Damaskus

Damaskus/Berlin. »Auf ein Gebäude der regierenden Baath-Partei in Damaskus wurde am Sonntag ein Anschlag verübt«, meldete Spiegel online gestern prominent. »Die Granaten schlugen im Morgengrauen ein«, hieß es weiter unter Berufung auf Anwohner. Und: »Das Gebäude im Stadtteil Masraa, aus dem Rauch aufsteige, sei weitgehend leer gewesen. In den Nachrichtenagenturen ist die Rede von mindestens zwei raketengetriebenen Granaten.« Reuters zitierte einen »Zeugen, der seinen Namen nicht nennen wollte«, mit den Worten: »Es scheint, als ob jemand dem Regime eine Botschaft schicken wollte.«

Nach Angaben des TV-Senders Al-Dschasira bekannten sich Deserteure der »Freien Syrischen Armee« mit Sitz in der Türkei zu dem Anschlag. junge Welt-Korrespondentin Karin Leukefeld, die sich als eine der wenigen Journalisten tatsächlich in Damaskus aufhält, berichtete gestern telefonisch nach einer Vorortrecherche: Einen Beschuß des Baath-Komplexes hat es nicht gegeben.
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(jW)

* Siehe auch schwerpunkt


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Erschienen in der Ausgabe vom 21.11.2011, Seite 1, Ausland

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