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Tee ist nicht Tee

Auf einer Tagung zu »Tee und Gesundheit« in Berlin-Buch ging es Ende vergangener Woche auch um die weltweit mittlerweile über 100 klinischen Studien mit grünem Tee. Der Neurologe Friedemann Paul wies als einer der Organisatoren der Konferenz darauf hin, daß sich die Studien kaum miteinander vergleichen lassen. »Die dabei eingesetzten Präparate sind nicht standardisiert. Es gibt Teeaufgüsse und Kapseln, die unterschiedliche Konzentrationen von EGCG (Epigallocatechin-3-gallate, die maßgebliche Substanz, Red.) enthalten und zum Teil mit Zusatzstoffen, wie etwa Koffein, angereichert sind. Das erschwert eine Bewertung der Ergebnisse. So gibt es keine klaren Aussagen über die Bioverfügbarkeit der Substanz und auch keine klaren Aussagen darüber, wieviel von der Substanz gegeben werden muß, um eine positive Wirkung zu erzielen.« Bezugnehmend auf die »Health Claims-Verordnung« der EU, nach der Hersteller etwaige Aussagen über die Wirksamkeit eines Lebensmittels wie grünem Tee belegen müssen, erklärte Paul: »Hier hat EGCG Modellcharakter. Die Industrie wird zunehmend gefordert sein, ihre Aussagen zu belegen. Das ist nur durch kontrollierte klinische Studien möglich.« (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.11.2011, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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