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Sommer gegen Lohnleitlinien

Berlin. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hat eine weitgehende wirtschaftliche Integration in Europa, aber ohne Lohnleitlinien gefordert. »Wir brauchen eine Harmonisierung der Volkswirtschaften«, sagte Sommer dem Handelsblatt (Montagausgabe). Das dürfe sich nicht nur auf Vorgaben für die Haushaltspolitik beschränken. Von Nutzen wäre auch, wenn mehr gemeinsame europäische Sozialpolitik angestrebt würde. »Allerdings würde ich mich immer dagegen wehren, unser System der Tarifautonomie durch lohnpolitische Vorgaben der EU zu untergraben«, stellte er klar. »Ich akzeptiere keine staatlichen Lohnleitlinien für Tarifverhandlungen.« Sommer wies den Vorwurf zurück, die deutschen Gewerkschaften hätten mit ihrer Lohnzurückhaltung die Schuldenkrise in Europa mit verursacht. Es sei eine »falsche Politik« gewesen, die gezielt Niedriglöhne forciert habe und die auf die Agenda 2010 zurückgehe. (Reuters/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 23.08.2011, Seite 9, Kapital & Arbeit

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