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SPD-Chef fordert Sockelrente

Essen. Angesichts der sich abzeichnenden massenhaften Altersarmut in Deutschland hat SPD-Chef Sigmar Gabriel eine Sockelrente gefordert. Nach 35 oder 40 Jahren Vollzeitarbeit solle ein Rentner deutlich mehr erhalten als die heutige Grundsicherung, »die ja nichts anderes ist als Hartz IV im Alter«, sagte Gabriel den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe vom Wochenende. In der FDP stieß Gabriels Vorschlag auf Ablehnung. Eine unabhängig von der Lebensarbeitszeit berechnete Sockelrente sei keinesfalls finanzierbar, erklärte deren sozial­politischer Sprecher Heinrich Kolb. »Rentenpolitik braucht eine Perspektive und muß immer auch die langfristigen Wirkungen auf die Rentenfinanzen im Blick behalten.«

Linksparteichef Klaus Ernst bekräftigte die Forderung seiner Partei nach Einführung einer Mindestrente. Niemand solle im Alter weniger als 850 Euro im Monat zum Leben haben, erklärte er in Berlin. Auf Deutschland rolle »eine Welle der Altersarmut« zu, seit zehn Jahren stiegen die Renten langsamer als Löhne und Preise. »Und das Schlimmste kommt erst noch, weil die Jahrgänge, die jetzt in Rente gehen, im Durchschnitt niedrigere Rentenansprüche haben.«
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Ernst verwies auf Expertenberechnungen, nach denen die gesetzliche Durchschnittsrente in zehn Jahren unter dem Hartz-IV-Regelsatz liegen könnte.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.07.2011, Seite 5, Inland

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