Zum Inhalt der Seite

Unter vier Augen

Der deutsch-türkische Streit über die kostbare Sphinx von Hattuscha im Berliner Pergamonmuseum hat am Dienstag einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Nach Redaktionsschluß trafen sich Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und der türkischen Kulturminister Ertugrul Günay in Berlin, um über Gü­nays Forderung nach Rückgabe bis Juni zu verhandeln. Sei die Sphinx bis dahin nicht zurück in der Türkei, werde dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) die Grabung in Hattuscha entzogen, hatte Günay gedroht. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hatte das nicht konstruktiv gefunden. Die Stiftung entscheide über Rückgabeersuchen stets in Abstimmung mit dem Kulturminister und dem Auswärtigen Amt. Die Sphinx wurde laut Stiftung 1907 bei türkischen Grabungen gefunden, an denen deutsche Archäologen beteiligt waren. 1915/1917 kam sie zur Restaurierung nach Berlin, wo sie seit 1934 als Zeugnis der hethitischen Hochkultur ausgestellt wird. (dapd/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 09.03.2011, Seite 13, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!