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Die Eltern sollen ­zahlen

Berlin. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Jens Spahn, hat verlangt, die Eltern von jugendlichen »Komasäufern« an den Kosten der Krankenhausbehandlung ihrer Kinder zu beteiligen. Spahn begründete diese Forderung in der Bild-Zeitung vom Mittwoch damit, daß die Eltern ihre Aufsichtspflicht vernachlässigten, wenn sich Zwölf- oder 13jährige »ungestört ins Koma saufen können«. Daß sich Jugendliche mitunter bis zur Besinnungslosigkeit betrinken, ist seit längerem Gegenstand der politischen Debatte. »Jede Notaufnahme kostet viel Geld, daher sollten die Eltern der Kinder einen großen Teil der Behandlungskosten tragen müssen«, sagte der CDU-Politiker. »Die stark steigende Zahl von jugendlichen Komasäufern ist erschreckend!«

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 16.12.2010, Seite 4, Inland

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