Wendland: Polizei will keine Zeugen
Pressemitteilung des Bundesvorstandes der Roten Hilfe:
Mit massiver Gewalt geht die Polizei gegen Atomkraftgegner an der Bahnstrecke des Castortransports vor. Es gibt bereits zahlreiche Verletzte durch Pfefferspray, Reizgas, Wasserwerfer und knüppelnde Reiterstaffeln. Auch Pionierpanzer der Bundeswehr wurden von Augenzeugen im Einsatzgebiet gesichtet.
Nach Berichten von ZDF-Korrespondenten wurden Pressevertreter aufgefordert, das Gebiet zu verlassen, da die Polizei nicht für die Sicherheit der Journalisten garantieren könne.
Christoph Kleine, Sprecher der Kampagne ›Castor? Schottern!‹ erklärte dazu: »Offensichtlich möchte die Polizei bei ihren Gewaltexzessen keine Zeugen haben«.
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Die Rote Hilfe fordert Medien und Öffentlichkeit auf, nicht wegzuschauen, wenn die Polizei im Interesse der Atomindustrie den legitimen Widerstand gegen den Castortransport mit Gewalt zu zerschlagen versucht.
Aus einer Erklärung des parlamentarischen Geschäftsführers der NRW-Landtagsfraktion, Ralf Michalowsky:
»Gemeinsam mit acht anderen Landtags- und Bundestagsabgeordneten der Linken beobachte ich derzeit (Stand 11 Uhr) den Polizeieinsatz entlang der Castor-Schienenstrecke im Wendland. Mein schleswig-holsteinischer Landtagskollege Björn Thoroe ist mittlerweile – wie viele andere Demonstranten – verletzt durch den massiven Pfefferspray- und Tränengaseinsatz der Polizei.
Die Polizei geht mit einer Brutalität, die an ›Stuttgart 21‹ erinnert, gegen Demonstranten vor. So werden Granaten mit Tränengas in den Wald geworfen, um möglichst viele Demonstranten zu verletzen. Das grundgesetzliche geschützte Demonstrationsrecht wird mit Granaten von der Polizei bekämpft, um einen Zug pünktlich die Strecke passieren zu lassen. Das ist nicht zu akzeptieren und völlig unverhältnismäßig. (…)«
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