Zum Inhalt der Seite

»Hartz IV«: SPD ­verweigert Okay

Berlin. Die Sozialdemokraten wollen die Regierungspläne zu »Hartz IV« einschließlich des Bildungspakets für Kinder in der vorliegenden Form nicht mittragen. »Die SPD wird sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat nicht zustimmen«, sagte SPD-Vize Manuela Schwesig am Montag nach einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin. Schwesig äußerte den Verdacht, die Bundesregierung habe die Hartz-Sätze »runtergerechnet«, um mit einer Erhöhung um lediglich fünf Euro pro Monat auszukommen. Sie verwies dabei auf eine Veränderung der Referenzgruppe für die Berechnungen. Erforderlich sei ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Besonders zynisch sei es, wenn die Regierung zudem bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik kürze, die »Hartz-IV«-Bezieherwieder in Arbeit bringen solle. Die Regierung hatte im September beschlossen, die »Hartz IV«-Regelsätze um fünf Euro anzuheben. Zudem sollen 620 Millionen Euro für das Bildungspaket für Kinder von Betroffenen zur Verfügung gestellt werden. Allerdings muß der Bundesrat dem Vorhaben zustimmen. Dort haben Union und FDP keine Mehrheit.

( AFP/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 05.10.2010, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!