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Lektion 14: Konservatismus

Foto: Christian Ditsch/Version
Konservatismus, der (m.) – auch Konservativismus; abgeleitet vom lateinischen Verb »conservare« (erhalten, bewahren). Neben Liberalismus und Sozialismus eine der drei großen politischen Strömungen, die in Reaktion auf den gewaltsamen und chaotischen Verlauf der Französischen Revolution nach 1789 entstanden. Die Vokabel K. wird auf den französischen Schriftsteller François-René de Chateaubriand (1768–1848) zurückgeführt. Der europäische K. wurde zunächst vom Adel und von Intellektuellen der literarischen Romantik getragen. Er ist von immer neuen Varianten des Irrationalismus geprägt. Hierzulande ist der K. seit dem faktischen Verschwinden des deutschen Liberalismus nach 1848 dominierende Ideologie des Bürgertums – Ausnahme war die DDR. Konservative beseitigten 1933 im Bündnis mit den Nazis die bürgerliche Demokratie. Seit 1945 bekennen sie sich nach dem Vorbild des aus Zeiten der Sklavenhalterdemokratie stammenden K. der USA zur parlamentarischen Republik und häufig zu einem antisozialen Individualismus. Das konservative Motto »Das, was immer gilt« wurde unterschiedlich verstanden: »Natürliches« Recht, autoritärer Staat, christlich-klerikale Religion, Biologismus (»Rassen«unterschiede), »westliche Werte«, »Leistungsträger« (gegen »Sozialschmarotzer«), »Eigenverantwortung« (gegen »soziale Hängematte«). Eine Konstante des K. ist der Kampf gegen das humanistische Menschenbild von Renaissance, Aufklärung, Klassik und Marxismus sowie gegen die Gleichheitsforderung. Soziales und individuelles »Oben« und »Unten« sind aus der Sicht des K. unüberwindlich (siehe zuletzt Thilo Sarrazin). (asc)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.09.2010, Seite 16, Aktion

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