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Aus: Ausgabe vom 09.04.2010, Seite 1 / Inland

Präsidentenparty im Visier

Berlin. Der Bundesrechnungshof will das Vergabeverfahren beim jährlichen Sommerfest von Bundespräsident Horst Köhler (Foto) prüfen. Das teilte das ARD-Magazin »Kontraste« am Donnerstag vorab mit. Im Fokus stehe die Auftragsvergabe an die Berliner Eventagentur CB.e. Die Firma sorge seit drei Jahren für Sponsoren aus der Privatwirtschaft. In den Jahren 2007 und 2008 kostete die Sause im Schnitt 1,8 Millionen Euro. Nach Ansicht von Experten betrage das Agenturhonorar dafür mindestens 180000 Euro. Damit hätte der Auftrag EU-weit ausgeschrieben werden müssen, was nicht geschah. Unzulässig sei nach Einschätzung des Verwaltungsrechtlers Ulrich Battis auch, daß die Agentur ihrerseits das Fest sponsere. Battis bezeichnete solche »Kickback-Geschäfte« als »unseriöse Praxis«. Einer internen Vorschrift zufolge dürften zudem Feste der Regierung nicht zu 100 Prozent von der Privatwirtschaft gesponsert werden. Dies sei jedoch bei Köhlers Sommerfest der Fall. (jW)