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Spannungen, die zum Weltkrieg führen

Ihre diplomatische Niederlage hatte sich die deutsche Führung selbst zuzuschreiben. Weil Deutschland im Lauf der Krise auch mit Krieg gedroht hatte, hatten sich England und Frankreich noch stärker militärisch miteinander verbunden. Frankreich gelang es nach und nach, Marokko als Kolonie zu gewinnen.

Als 1911 innere Unruhen in Marokko ausbrachen, besetzten französische Truppen die marokkanische Hauptstadt Fes. In der Folge kam es zur Zweiten Marokkokrise: Als Ausgleich für die Einverleibung Marokkos durch Frankreich forderte Deutschland das französische Kongogebiet.
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Um seine Forderung militärisch zu untermauern, entsandte Wilhelm II. das Kanonenboot »Panther« nach Agadir. Am Ende mußte das Deutsche Reich auf Druck von England hin Frankreichs Herrschaft über Marokko anerkennen, Deutschland bekam als Gegenleistung ein unbedeutendes Stück von Französisch-Kongo sowie Gebiete, die an die Kolonie Togo angeschlossen wurden.

Die Marokkokrisen haben nicht nur zu Deutschlands weltpolitischer Isolation beigetragen, sie haben auch Frankreich und England zusammengeschmiedet und die Spannungen zwischen dem Deutschen Reich und seinen Rivalen verschärft, die letztlich direkt in den imperialistischen Krieg führen sollten.Alexander Bahar
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Erschienen in der Ausgabe vom 27.03.2010, Seite 15, Geschichte

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