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Australien: Entschuldigung für Kinderdeportation

Canberra. Der australische Ministerpräsident Kevin Rudd hat sich öffentlich für die Rolle seines Landes bei der Verschickung Zehntausender Kinder verarmter britischer Familien nach Australien entschuldigt. Australien bereue »die Tragödie verlorener Kindheiten«, sagte Rudd am Montag in Canberra. Schätzungen zufolge wurden vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1967 etwa 150000 Kinder nach Australien, Kanada und anderen früheren Kolonien gebracht. In einer britischen Parlamentsuntersuchung von 1998 hieß es, zu den Motiven habe neben der Entlastung des eigenen Sozialsystems auch Rassismus gehört: Die Ausfuhr von »gutem weißen Bestand« in britische Kolonien sei ein wünschenswertes Politikziel gewesen.

(AP/AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.11.2009, Seite 7, Ausland

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