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Czechowski tot

Der Lyriker Heinz Czechowski ist am Mittwoch vergangener Woche im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit in Frankfurt/Main gestorben. Das teilte seine Familie am Montag abend mit. Als Zehnjähriger erlebte Czechowski die Zerstörung Dresdens. Nach dem Krieg erlernte er zunächst den Beruf des Reklamemalers. Von 1958 bis 1961 studierte er dann am Leipziger Literaturinstitut unter Georg Maurer (»Sächsische Dichterschule«), wurde anschließend Lektor beim Mitteldeutschen Verlag und 1968 dann freier Schriftsteller. Er hatte da bereits einige Bände mit nüchterner, reimloser Lyrik veröffentlicht, schrieb nun auch literaturkritische Essays und Reiseberichte. Nach dem Mauerfall forderte Czechowski als Stadtschreiber von Bergen-Enkheim bei Frankfurt/Main (1990/91), mit dem Stalinismus im DDR-Schriftstellerverband abzurechnen. Seine Lyrik blieb karg und realistisch. Ein einigermaßen typisches Czechowski-Gedicht ist folgendes: »Es ist wie in der Liebe:/Man kann mit der einen,/Mit der anderen nicht./Hat man einmal gekonnt,/kann man immer wieder -/Das ist der Fehlschluß,/ Denn nicht die Gewohnheit entscheidet./Manchmal ist alles vergeblich,/Aber mitunter erhöht uns,/Was wir vergeblich gesucht,/Denn keine Ehe/Bindet uns auf die Dauer/Und keine Kunst.« (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.10.2009, Seite 13, Feuilleton

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