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Bombenwitz

Berühmt werden um jeden Preis: Am Donnerstag stürmte das Berliner Rap-Trio Berlin Boys 666 in der kalifornischen Stadt Bluewater ein Restaurant – mit allem drum und dran, unter anderem mit umgeschnallten Bombengürteln. Darüber berichtete ein lokaler Fernsehsender mit Bildern von panisch flüchtenden Menschen, ratlosen Polizisten und einem entsetzten Bürgermeister. Und als verschiedene Nachrichtenagenturen und Onlineportale so richtig auf diese Meldung abfuhren, platzte die Bombe: Die Berliner Marketingagentur Neverest stellte klar, daß das alles frei erfunden war, mit fingierten Bildern, Wikipedia-Einträgen und falschen O-Tönen. Dem Schauspieler und Regisseur Jan Henrik Stahlberg (»Murx«, »Bye-bye Berlusconi«) war ein PR-Gag der Extraklasse gelungen – um auf seinen neuen Film »Shortcut to Hollywood«, der am 24. September startet, hinzuweisen. Darin reist ein Berliner Rap-Trio in die USA, um berühmt zu werden... Laut Stahlberg thematisiert sein Film die Schnellebigkeit der Medienwelt. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.09.2009, Seite 12, Feuilleton

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