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Reaktionen: Widerstandsfront protestiert weiter

Die Widerstandsbewegung in Honduras ist entschlossen, ihren Kampf für die Wiederherstellung der Demokratie fortzusetzen. In einer kurzen Erklärung rief die »Nationale Front gegen den Staatsstreich« zu einer weiteren Großdemonstration am Montag an der Pädagogischen Hochschule in Tegucigalpa auf. In der Erklärung heißt es: »Gestern fand eine noch größere Demonstration statt, um den Präsidenten zu empfangen. Aber diesmal mußte sie sich dem Feuer und der Repression des Militärs entgegenstellen. Die friedliche Demonstration wurde schrecklich unterdrückt, zwei Personen starben, und Hunderte wurden verletzt. Die Landung des Präsidenten wurde behindert, aber er bleibt bereit, in sein Land zurückzukehren. Heute müssen wir weiter Widerstand leisten.«

Gegenüber der kubanischen Agentur Prensa Latina informierte der Präsident des honduranischen Menschenrechtskomitees, Hugo Maldonado, Todesschwadrone würden Jagd auf Führungspersönlichkeiten des Widerstandes machen. Bewaffnete Personen seien wenige Stunden nach der blutigen Repression in seine Wohnung und in die Häuser anderer Aktivisten eingedrungen. Maldonado rief die UNO zu einer sofortige Intervention auf, bevor sich das Land vollkommen zum Schauplatz einer Menschenjagd entwickle. »Die Situation ist schlimmer als in den 80er Jahren, als die Militärs, die Teil der Putschistenregierung sind, viele Honduraner verschwinden ließen«, warnte Maldonado.
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Im Gespräch mit dem venezolanischen Fernsehsender VTV zeigte sich Juan Barahon von der Bewegung Via Campesina in Honduras skeptisch gegenüber einem Einsatz von UNO-Truppen in dem Land. Die Blockade des Flughafens sei zwar auch eine Respektlosigkeit gegenüber den Vereinten Nationen, da mit dem Präsidenten der UNO-Vollversammlung einer der höchsten Repräsentanten der Organisation an Bord des Flugzeugs gewesen sei; und die Präsenz von Blauhelmen in Honduras könne auch dazu beitragen, die Repression zu verhindern. Doch dürften diese Truppen nicht umgekehrt das Regime der Putschisten schützen, denn das Ziel des Volkes sei es, die Putschisten von der Macht zu vertreiben.

(asch)
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.07.2009, Seite 3, Schwerpunkt

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