-
20.03.2009
- → Feminismus
Verstümmelung »Werk des Teufels«
Hamburg/Katar. Eine Fatwa gegen die Genitalverstümmelung bei
Frauen hat Sheikh Yusuf Al-Qaradawi, islamischer Rechtsgelehrter
aus Katar, verfaßt. Al-Qaradawi gilt als »Sprachrohr
Afrikas« und »wandelndes Lexikon des Islams«.
Kürzlich gewährte der 82jährige dem Menschenrechtler
Rüdiger Nehberg, der seit neun Jahren mit seinem Verein
»Target« gegen Genitalverstümmelung kämpft,
in seiner Residenz in Doha eine Audienz. Danach gab der Gelehrte
seine Fatwa, also ein verbindliches Rechtsgutachten zum Thema,
heraus. Die wichtigste Aussage: »Weibliche
Genitalbeschneidung ist eine Änderung der Schöpfung
Gottes und damit ein von Gott verbotenes Werk des Teufels.«
Weiter heißt es darin, da Untersuchungen von Experten
bewiesen hätten, daß die Genitalverstümmelung
»dem weiblichen Geschlecht körperliche und seelische
Schäden zufügt und das eheliche Leben der Frauen stark
beeinträchtigt, muß dieser Brauch gestoppt
werden«.(jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feminismus